Diagnostik im Erwachsenenalter

ADHS und ASS sind neurobiologische Entwicklungsstörung, deren Merkmale nicht zwangsläufig mit dem Ende der Kindheit verschwinden. Viele Erwachsene, bei denen ADHS oder ASS vorliegt, haben bereits in jungen Jahren eine entsprechende Diagnose erhalten. Bei anderen blieb die Besonderheit jedoch lange unerkannt und wird erst im Erwachsenenalter festgestellt.

Die diagnostische Abklärung einer vermuteten ADHS / ASS findet bei Fachärztinnen für Psychiatrie und Psychotherapie oder Neurologie sowie bei Psychologischen Psychotherapeutinnen statt.

Gut zu wissen

Viele Erwachsene, deren ADHS oder ASS bislang nicht diagnostiziert wurde, haben bereits eine lange Zeit der Belastung erlebt. Häufig fehlte ihnen eine nachvollziehbare Erklärung für wiederkehrende Schwierigkeiten, bestimmte Verhaltensmuster oder individuelle Besonderheiten.

Eine Diagnose kann deshalb für viele Betroffene eine große Entlastung darstellen. Sie ermöglicht es, bisherige Erfahrungen besser einzuordnen, sich selbst mit mehr Verständnis zu begegnen und neue Perspektiven für die persönliche Entwicklung sowie mögliche Behandlungsziele zu gewinnen.

Wenn die Diagnose lange ausbleibt

Bei zahlreichen Erwachsenen wurde ADHS  oder ASS während der Kindheit nicht erkannt. Sie wissen daher möglicherweise nicht, dass ihre anhaltenden Schwierigkeiten mit dieser Entwicklungsbesonderheit zusammenhängen könnten. Ohne eine entsprechende Erklärung fällt es oft schwer, die eigenen Verhaltensweisen und wiederkehrenden Probleme einzuordnen.

Nicht selten suchen Betroffene erst dann professionelle Unterstützung, wenn die Belastungen im Alltag zunehmen und sich beispielsweise auf das Berufsleben oder die Partnerschaft auswirken.

Zu den Schwierigkeiten, bei denen sich die Frage nach einer bislang unerkannten ADHS/ASS stellen kann, gehören unter anderem:

  • Herausforderungen im Berufsleben, beispielsweise im Zusammenhang mit Arbeitsorganisation, Konzentration oder der Bewältigung beruflicher Anforderungen.
  • Belastungen und Konflikte im familiären Umfeld oder in der Partnerschaft, die durch wiederkehrende Missverständnisse oder Schwierigkeiten im Umgang miteinander entstehen können.
  • Weitere psychische Erkrankungen oder Belastungen, die gemeinsam mit ADHS/ASS auftreten können, beispielsweise depressive Erkrankungen , Ängste oder Suchterkrankungen.